Besuch der Tierklinik Grube Königsberg 

Am Samstag, dem 11.12.2010 besuchten ca. 30 Jugendliche und auch Erwachsene des Bezirksreiterbundes Oberhesssen Mitte die Tierklinik Grube Königsberg in Biebertal. Um 9.00 Uhr trafen wir uns dort, um vom Leiter der Klinik, Herrn Nicolai empfangen zu werden. Trotz der schlechten Witterung waren die meisten pünktlich, denn wir freuten uns auf die Führung. Wir erfuhren erst einmal einiges über die Tierklinik, die sich auf die Behandlung von Pferden und von Kleintieren spezialisiert hat. Die Tierklinik  ist ein Familienunternehmen und wurde im Jahr  1995 von Herrn V. Nikolai als stillgelegtes Erzbergwerk gekauft und und in eine moderne Tierklinik mit EU-Besamungsstation umgebaut.

Dann wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt, um die verschiedenen Abteilungen zu besichtigen. Eine Gruppe ging unter der Führung von dem Tierarzt Herrn von Pückler in einen Behandlungsraum, wo zum Beispiel Endoskopien am Pferd durchgeführt werden. Dort konnten wir an einem Baemer eine Endoskopie beobachten, wir sahen wie verschleimt die Luftröhre eines Pferdes sein kann, oder wie so genannte Steine im Luftsack mit der Zange entfernt werden. Das war sehr interessant und Herr von Pückler meinte dann auch, dass wir später eine richtige Endoskopie miterleben dürfen, allerdings erst, wenn alle Gruppen die Besichtigung beendet haben und das Pferd dann natürlich nur einmal dafür sediert werden kann.Wir bekamen auch von Koliken erzählt, was dabei zu tun ist und welche Maßnahmen man ergreifen muss.

Währenddessen lernte die zweite Gruppe mit dem Tierarzt J. Nikolai, dem Sohn des Klinikleiters, am lebenden Pferd, das war übrigens die hübsche Stute Luna, wo z.Bsp.das Herz, die Lunge und der Magen liegen. Mit Kreide wurde das auf Luna aufgezeichnet, die das Ganze sehr interessiert verfolgte.Wir erfuhren auch viel über Lahmheitsdiagnostik und welche Therapien es gibt. Dort wird zum Beisp. auch mit Stammzellen- und Eigenbluttherapie gearbeitet.
Im Rahmen der Besichtung durften wir auch den Operationsraum sehen, mit der Ablegebox und auch der Aufwachbox, die gut gepolstet ist, um Verletzungen des Pferdes beim Aufwachen und Aufstehen des Pferdes nach der Op zu vermeiden. Beeindrucken war dabei auch der Kran, der nötig ist, um das schlafende Pferd auf und vom OP-Tisch zu heben.
Die dritte Gruppe lernte unterdessen direkt vom Chef, Herrn Nikolai, auch erst einmal mithilfe einer Power-Point-Präsentation, wie sich das Gebiss eines Pferdes, vor 50 Millionen Jahren hieß es noch Eohippus und war fuchsgroß, bis zu unserem heutigen Hauspferd entwickelt hat. An einem echten Pferdschädel fühlten wir, wie scharf die Kanten der Zähne sein können, und wie wichtig es ist, regelmäßig die Zähne unserer Pferde untersuchen zu lassen. Auch Wolfs- und Hengstzähne konnten wir anfassen.

Als Höhepunkt der Besichtigung gingen wir dann in einen Raum, wo die Innereien eines tags zuvor geschlachteten Pferdes auf verschiedenen Tischen lagen. Erst waren wir darüber ein bißchen erschrocken, aber es war dann doch sehr spannend, zu sehen, wie groß der Darm wirklich ist und wie klein im Verhältnis der Magen ist. Beeindruckend war auch, dass das Pferdeherz wirklich so groß ist, wie es wir es immer schon vermuten. Inzwischen trauten sich auch schon fast alle, diese Dinge mit Handschuhen anzufassen und uns wurde von den Tierärzten und den netten Helferinnen alles ganz genau erklärt.

Dann gingen wir zu den praktischen Vorführungen, ein Pferd wurde endoskopiert, die Zähne von zwei Pferden raspelte Herr Dr. Nikolai und natürlich waren wir alle sehr gespannt auf den Aquatrainer, der ganze Stolz der Tierklinik. Dieser ist hervorragend geeignet, um Pferde nach OPs oder überstandener Krankheit wieder anzutrainieren. Eine freundliche Fuchsstute bewies  uns, dass der Aqatrainer den Pferden Spass macht, aber bestimmt auch sehr anstrengend ist.

Zum Abschluss wurden wir alle zu zu einem superleckeren Bufett geführt. Mit großem Hunger und ziemlich durchgefroren kosteten wir  selbst gebackenen Kuchen, Brot und Würste, Kaffee und heißen Kakao, das eine wirklich sehr nette Geste von der Familie Nikolai und ihrem äußerst freundlichen und zuvorkommenden Helferteam, bei dem wir uns nochmals ganz herzlich  für den informativen Tag bedanken wollen.

Nachdem Gaby Schmidt-Heume, die Jugendwartin des Bezirksreiterbundes Oberhessen-Mitte, die den Besuch organisiert hatte, noch kleine Geschenke an Herrn Nikolai und sein Team verteilt hatte, verabschiedeten wir uns in dem Wissen, doch wieder einiges über unsere besten Freunde, die Pferde, erfahren zu haben und dass diese im Falle einer Krankheit oder eines Unfalles in dieser Klinik sehr gut aufgehoben sind.

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